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9:45 Uhr: Wir sind jetzt 6 Km unterwegs. Die neutralisierte Phase ist durch. Direkt wird vorne attackiert. Ganz schön früh und noch ganz schön kalt. Die Attacken bringen mich aber auf Betriebstemperatur. Die letzten 6 Km sind wir mit einem 15er Schnitt gefahren. Die nächsten 90 km wird es ein Schnitt über 43 Km/h.

Die Attacken verlaufen immer wieder im Sand, nur um dann durch eine neue Attacke abgelöst zu werden. So vergehen die nächsten 20 Minuten. Am ende setzen sich zwei Fahrer ab. Ich sehe sie und denke mir „lass die Deppen ruhig fahren, die schaffen es sowieso nicht bis zum Ende“!

Nachdem die Ausreißer abgefahren waren beruhigte sich das Feld und es konnte in den Arbeitsmodus übergegangen werden (bedeutet für mich, vorne fahren, aber nie ganz vorne und dabei Kräfte für den Schlusssprint sparen. Eine nicht besonders ruhmreiche aber sinnvolle Methode). Die beiden fuhren vorne einen immer größeren Vorsprung raus aber wir konnten sie noch sehen. Das Team der beiden sabotierte ganz vorbildlich die Nachführarbeit. Zudem scheint es im Jedermannbereich schwierig bis unmöglich zu sein darauf zu reagieren.

Der Vorsprung wuchs weiter und so langsam gewann ich die Erkenntnis, dass die beiden nicht ohne tatkräftige Hilfe gestellt werden würden. Also legte ich einen großen Gang ein und beteiligte mich an der Nachführarbeit. Immer wieder war ich vorne und brachte meine Oberschenkel zum glühen. Im vollen Bewusstsein, dass das eine Scheißidee war ging ich immer wieder nach vorne in den Wind. Aber wir kamen nicht näher. Schlimmer noch, wir sahen die beiden Fahrer nicht mehr. Trotzdem fassten sich eine Hand voll Fahrer immer wieder ein Herz und traten in die Pedalen. Mit jedem weiteren Kilometer der verstrich schwand auch die Zuversicht.

Noch 10 km. „Wir werden sie nicht mehr kriegen.“ Lieber den letzten Rest, der noch in den Beinen steckt bewahren und am Ende voll reinhalten. Gleichzeitig fiel mir aber auf, dass das Team der Ausreißer nicht mehr effektiv störte. Die schienen sich auch ganz schön verausgabt zu haben.

Noch 5 km. „Wir sehen sie wieder und sie sind nicht mehr weit weg“. Die 70 km zu zweit haben auch hier ihren Tribut gefordert. Vorne wird wieder ordentlich nachgesetzt. Entgegen meiner guten Vorsätze helfe ich mit („Vollidiot“, aber ich will sie auch nicht davonkommen lassen. Das war einfach zu frech so früh raus zu fahren).

Noch 3 Km. Vorne überbrück ein Fahrer die letzten Meter und schließt sich den beiden an. Wir hinterher. Geschaffte. Jetzt auf den Sprint vorbereiten. Das bedeutet für mich, dass ich mir einen starken Fahrer mit schwachen Nerven suche. Dieser, so mein Kalkül, wird seine Nerven verlieren und den Sprint zu früh eröffnen und mich dadurch unfreiwillig anfahren :) Mein Augenmerk ist hierbei auf ein besonders prachtvolles Exemplar gefallen. Dicke Beine und eine etwas unerfahrene Fahrweise. Bingo! Ich nehme mir also sein Hinterrad. Um uns herum fahren noch ca. 45 Fahrer und allen wollen vorne mitmischen.

Noch 800 Meter zu fahren. Das Nervenbündel verliert selbige und eröffnet. „Scheiße“! Das hält der doch nicht durch! Egal jetzt muss ich dran bleiben. Er kämpft 300 Meter. Dann bricht er ein. Noch 500 Meter; das ist viel zu weit für mich. „Mist“, brauche ein neues Hinterrad. Fahre 100m selber im Wind. Dann ziehen welche vorbei. Ich kann mich wieder reinhängen.

Noch 400 Meter. Die Straße wird enger. So geht es weiter. Ganz links schießt einer raus. „Dreck! Den bekomme ich nicht mehr“! Aus der kleinen Gruppe wird all-out gefahren. Das Hinterrad an dem ich hänge ist stark. Noch habe ich den vierten Platz, gleich gehe ich raus und vorbei. Dann wäre ich schon mal auf drei. Also raus aus dem Wind. Boom... Der Fahrtwind, der mir entgegen schlägt zwingt meine Beine zur Kapitulation. An dem komme ich nicht vorbei. Die viele Arbeit von zuvor steckt mir in den Gliedern. Ich gehe zurück in den Windschatten. Zumindest den will ich halten. Links und rechts ziehen noch 2 Fahrer vorbei. Ich bin sauer! Normalerweise dürften die kein Problem sein. So rollen wir über die Ziellinie. Meine Lunge brennt und die Gels wollen oben wieder raus.

Nach ein bisschen ausrollen legt sich der Ärger. Ich bin zu frieden. War ohne Team da und habe hauptsächlich gegen Teamfahrer, die sich schonen konnten verloren. Damit kann ich leben. Am Ende werde ich 6er (5. in der Altersklasse bis 39 steht auf der Urkunde. Danke für den Hinweis, das mir da noch ein Ü 40 Fahrer weggefahren ist. Dafür finde ich keine Ausrede).

Mega stark war die Fahrt der beiden Ausreißer. Hut ab.

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Nächstes Jahr bin ich wieder dabei. Es ist eine schöne Leicht wellige Strecke eigentlich ist es mir hier zu flach aber für Schwerin mache ich eine Ausnahme. 

Bericht: Dominik

 

29.07.2018 - 6:15 Uhr - der Wecker klingelt. „Ich hasse Montage!“ denke ich mir und bekomme die Augen nur mit größter Mühe auf. Der erste Blick zur Seite macht mich stutzig. Normalerweise steht meine Freundin vor mir auf, stattdessen blinzelt sie mich nur relativ entgeistert an und zieht sich beim Umdrehen das Kissen über den Kopf. Irgendetwas stimmt hier nicht. Dann dämmert es mir. Es ist wieder einer dieser Sonntage... es ist Renntag!

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Dominik holt mich um 7:20 Uhr ab; Andrés, Holger, Stefan und Leo treffen wir in Hannover. Die Startnummernausgabe ist eine Sache von Minuten, das habe ich auch schon anders erlebt und mit Start und Ziel vor dem Rathaus stimmt auch die Location. Nach dem Einfahren gibt es noch einen letzten Check der Zielgeraden: sie ist breit, lässt sich in der Länge ganz gut abschätzen, wenngleich ein paar Schilder mit Distanzangaben sicher geholfen hätten und wir kommen mit Rückenwind rein - Idealbedingungen.

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Gestartet wird pünktlich um 10:35 Uhr, die ersten 8 km sind neutralisiert. Wobei es „maximal entschleunigt“ sicherlich passender beschrieben hätte. Bei Höchstgeschwindigkeiten von 25 km/h verhindert nur die der Zahl nach gleichhohe Lufttemperatur das rapide Abkühlen sämtlicher Muskeln. Den dadurch aufkommenden Positionskämpfen entfliehen wir und versammeln uns in zweiter Reihe hinter dem Führungsfahrzeug. Dann geht es endlich los!

Die ersten Kilometer sind flach und wir ziehen mit einem 47iger Schnitt von Ortschaft zu Ortschaft. Die Absperrungen sind durch Feuerwehr, Polizei und viele viele Helfer vorbildlich gesichert, die Organisation passt! Auch die Stimmung ist toll; in den Ortschaften sind die Leute bereits auf den Straßen und feuern uns lauthals an. Mit knapp 60 Höhenmetern dezimiert dann die erste Welle das Feld nur im hinteren Bereich, danach geht es mit Volldampf auf den Deister zu. Wir kennen den Anstieg, zudem leuchten Route und Höhenprofil auf dem Radcomputer auf. Da ich kein ausgewiesener Bergfahrer bin und das Eis in den letzten Wochen einfach zu lecker war, positioniere ich mich schon einmal möglichst weit vorne im Feld. Auf den ersten Höhenmetern knallt es dann plötzlich. Kein Sturz! Wahrscheinlich ein Defekt, denke ich mir. Aber wie und was genau würde ich erst nach dem Rennen erfahren, denn nur wenige Sekunden später startet die erste Attacke. Anstrengend, aber machbar; nur bleibt sie leider nicht die Einzige. Es folgt eine weitere und noch eine und so langsam komme ich in den roten Bereich und schließlich auch darüber. Ich weiß, dass ich eigentlich nur den Deister „überleben“ muss, um in der ersten Gruppe das Ziel zu erreichen und so gehe ich all in…

Aber es nützt alles nichts. Das Tempo vorn ist jetzt kontinuierlich zu hoch und ich habe dann wohl doch ein paar Pfunde zu viel auf den Rippen und muss trotz maximalem Widerstand abreißen lassen. Als dann auch noch ein paar Fahrer von hinten vorbeiziehen, macht auch mein Kopf dicht. Für einen Moment lasse ich mich hängen, doch dann flacht die Straße spürbar ab und ich merke, dass ich nochmals beschleunigen kann. Einige Fahrer überhole ich wieder, aber auch wenn der Abstand der Spitzengruppe sich jetzt nicht mehr vergrößert, wirklich verringern kann ich ihn leider auch nicht. Es ist irgendwie frustrierend.

Dann auf einmal höre ich eine vertraute Stimme hinter mir, die beginnt mich anzufeuern. Holger ist zu mir aufgefahren und ich muss kurz lachen, denn dieselbe Situation hatten wir bereits am Elm. Der Spaß ist also wieder da und so beschließe ich mein Glück noch einmal in der Abfahrt zu versuchen. Ich werfe alles rein, will aber vielleicht ein bisschen zu viel. In der vorletzten Kurve komme ich arg ins Rutschen und fange das Rad nur mit viel Mühe wieder ab. Glück gehabt, aber die Spitzengruppe ist jetzt weg.

In der Folge arbeiten Holger und ich zusammen daran, zu der nächstkleineren Gruppe von 6 Fahrern aufzuschließen. Einmal erreicht, läuft diese dann leider gar nicht und so schließen 20 km später weitere 20 bis 30 Fahrer zu uns auf. Darunter erfreulicherweise auch Andrés! Als wir dann in einiger Entfernung die Führungsgruppe tatsächlich noch einmal auf der Strecke sehen, unternehmen wir einen letzten Versuch die Lücke zu schließen. Doch das Wahnsinnstempo was Holger noch einmal in den Asphalt brennt reicht leider nicht, es finden sich kaum Mitstreiter. Also beschließen wir uns auf den Zielsprint aus der Gruppe vorzubereiten. Sprintzüge haben wir im Teamtraining bereits geübt, also wäre heute die passende Gelegenheit, die Probe aufs Exempel zu wagen. Als es nach Hannover reingeht, setze ich mich daher an Holgers Hinterrad, Andrés wiederum an meines. Nur nicht zu früh vorn sein, da sind einige echte Sprintbrocken bei uns im Feld. Aber Holger hat alles im Griff; die Position im Feld stimmt. In mal mehr, mal weniger weiten Kurven geht es abwechselnd links und rechts durch die Stadt. Mein Tacho zeigt weniger als einen Kilometer und deutlich mehr als 50 km/h an, als plötzlich das ganze Feld wie am Spieß aufschreit. Andrés wird ausgebremst, Holger und ich hingegen fahren den Schlenker mit und geben wieder Gas. In der Mitte der von Absperrbändern gesäumten Straße steht eine Frau, wie erstarrt, ihr Handy in der Hand. Gestürzt ist zum Glück höchstens ihr Trommelfell, aber das hätte ganz böse ausgehen können. Daran will ich jedoch in dem Moment keinen Gedanken verschwenden, das Finale steht kurz bevor. Nach der letzten Kurve liefert mich Holger an perfekter Position auf der Zielgeraden ab und ich gebe alles, was noch in meinen Beinen steckt. Mit etwas Überschuss löse ich mich aus dem Feld, doch leider fährt mir in diesem Moment jemand von rechts eine Welle ins Rad und ich muss kurz in die Eisen... Egal, ich gebe noch einmal Gas und es reicht immerhin noch zu Platz 3 aus der Gruppe. Dank ganz toller Teamarbeit! Auch Holger und Andrés schonen sich nicht und ziehen bis zum Ende durch!

Im Ziel erfuhr ich dann, woher der Knall im Aufstieg kam. Dominiks Hinterrad war wohl zu verlockend, jedenfalls hatte jemand beschlossen ihm schlicht von hinten in die Karre zu fahren. Ein klassischer Auffahrunfall also, samt verbogenem Schaltwerk. Das hinderte ihn jedoch nicht daran, die Gruppe mit Leo zusammen in einem Höllentempo über den Deister zu treiben. In der Abfahrt dann der nächste Schock. Erst lautes Klappern, dann leises Zischen: sein Hinterreifen war platt. Doppeltes Pech könnte man meinen, aber es hätte mit einem Sturz auch alles viel schlimmer kommen können. Stattdessen rollte Dominik „nur“ langsam aus und durfte den Rest der Strecke aus dem wohltemperierten Besenwagen genießen.

Leo und Stefan hingegen hatten es sowohl in der ersten Gruppe über den Deister geschafft, als auch durch die Abfahrt. Und Stefan musste bergab mal wieder seine gesamte fahrerische Klasse bewiesen haben, denn auf Strava grüßte er anschließend als neuer KOM-Inhaber. Danach muss es etwas ruhiger zugegangen sein, sonst hätten wir sie später in der Ferne nicht mehr zu Gesicht bekommen. Gen Ende setzte es dann aber die erwarteten Attacken. Leo stellte all seine Cross-Qualitäten unter Beweis, als ihn eine brenzlige Situation off-road schickte; trotzdem rettete er sich mit der Gruppe ins Ziel. Stefan hingegen holte alles raus, was die Beine hergaben und wurde ganz starker 5ter!

Stefan, Leo und ich waren anschließend schon bei den Autos und dabei uns umzuziehen, als mein Telefon klingelte und Holger uns in „aber flott Manier“ zurück rief – eine Siegerehrung würde auf uns warten. Dass wir dann mit „erheblichem Vorsprung“, wie der Moderator verkündete, die Teamwertung gewonnen hatten, war für (fast) alle von uns (Domi erfreute sich immer noch der gratis Rundfahrt und hätte wohl gern ein gehöriges Wörtchen um den Sieg mitgeredet) das i-Tüpfelchen auf einen rundherum gelungen Tag!

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Vielen Dank fürs Lesen und bis zum nächsten Mal

Euer Tobi

 

 

Am Sonntag den 15.07.2018 fand das Radrennen „Rund um den Elm“ statt, welches es in abgewandelter Form bereits seit 1907 gibt. Auf einer Gesamtlänge von 70 km müssen insgesamt ca. 800 hm absolviert werden.

Nachdem ich viel Werbung innerhalb der Mannschaft gemacht hatte, entschlossen wir uns mit 6 Fahrern an dem Rennen teilzunehmen. Und so brachen Torben, Andrés, Dominik (ich), Holger, Tobias und Stefan (hat das Foto gemacht) gegen 6 Uhr Richtung Braunschweig auf. 

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Das Rennen war wieder super organisiert und startete dann um Punkt 9 Uhr. Es ging direkt zügig los wir ordneten uns vorne ein. Holger und ich kannten das Rennen aus den vergangenen Jahren und wussten entsprechend wann man vorne sein musste.

Das Rennen ist maßgeblich durch zwei ordentliche Anstiege geprägt. Wobei sich der erste Anstieg recht lange hinzieht. Als wir in den ersten Anstieg gefahren sind begannen auch sofort die ersten Attacken. Torben schloss sich hierbei zwei weiteren Fahrern an und so konnte der Rest von uns entspannt hinterher rollen. Es waren jedoch ein paar Fahrer im Feld, denen ich nachsetzte damit die Gruppe nicht zu groß würde. Der kleine Ausreißversuch wurde allerdings noch in der ersten Steigung gestellt und so rollte eine große Gruppe bergab auf den zweiten Anstieg zu. Dieser hatte es dann in sich. Es ging auf einer Länge von 1,6 km mit einer Steigung von 8 % hinauf (die letzten 300 Meter mit bis zu 10 %). Hier wurde dann auch ordentlich Druck gemacht. Das Feld zerfiel in mehrere kleine Gruppen. Den ersten sechs Fahrern konnten Torben und ich leider nicht folgen. Diese sechs Fahrer bildeten ab diesem Punkt dann auch die Spitze des Feldes. Torben und ich waren zusammen in der ersten Verfolgergruppe. In der Gruppe hinter uns konnte sich Stefan über den Berg quälen. Tobi und Holger waren wiederum eine Gruppe dahinter und wurden ihrerseits von Andrés verfolgt.

Durch die unterschiedliche Tempohärte in unserer Gruppe bekamen wir leider keinen gut funktionierenden Kreisel zustande und das Rennen wurde richtig anstrengend (mein Durchschnittspuls lag bei 180, max. zählte mein Garmin heute 204 Schläge). Durch die schlechte Zusammenarbeit gelang es uns nicht die zahlenmäßig unterlegenden Ausreißer zu stellen. Wir hatten auf der 1,5 km langen Zielgeraden zwar nur noch 300 m Rückstand kamen aber nicht mehr ran.

Natürlich wurde in unserer Gruppe  dennoch um die Ehre gesprintet. 500 m vor dem Ziel lösten sich hierbei zwei Fahrer aus unserer Gruppe und konnten direkt ein kleines Loch reißen. Ich blieb ruhig und verließ mich darauf, dass andere Fahrer die Nerven verloren, was selbstverständlich auch passierte. Nachdem der erste Verfolger verbrannt war, schoss links ein weiterer vorbei, bei dem ich mich wieder hinten dran hing. Ich ließ ihn kurz arbeiten und zogen dann 75 m vor dem Ziel an ihm vorbei, leider etwas zu spät und konnte dann nur noch einen der zwei Ausreißer einfangen. Durch diese Aktion sicherte ich mir dann noch Platz 8. Torben kam kurz hinter mir ins Ziel. Durch die starke Leistung der anderen Teammitglieder wurden wir zweiter in der Teamwertung und ein kleiner Pokal sucht jetzt ein Vereinsheim.

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Insgesamt hat es wieder sehr viel Spaß gemacht mit dem Team anzutreten. Es ist einfach super zu wissen, dass da Freunde mitfahren auf die man sich verlassen kann!

Bericht: Dominik

 

„Zurück auf dem Boden der Tatsachen.“

Diese Jahr sollte es die Velotour extrem sein. Jörn hatte Werbung hierfür gemacht und so entschieden sich Torben, Per, Jörn und ich uns für die lange Variante zu melden (ca. 100 km mit 1.480 hm). Per musste das Rennen jedoch aufgrund seines Sturzes bei der Tour d’Energie absagen.

So fuhren wir zu dritt am Tag vor dem Rennen nach Frankfurt um am nächsten Tag ausgeruht an den Start zu gehen. Für Jörn und mich war klar, dass wir aufgrund unseres Gewichts bei diesem Rennen nicht vorne mitfahren können. Daher konnten wir noch entspannt an den Start gehen. Torben, der in Göttingen seine Kletterqualitäten bewiesen hatte, stand da schon etwas mehr unter Spannung (da es jedoch kein GCC Rennen war, brauchte auch Torben nicht mit dem Messer zwischen den Zähnen zu fahren).

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Wir starteten alle aus dem ersten Block und waren dementsprechend zu Beginn vorne mit dabei, als es an den Wolkenkratzern  vorbei durch die Frankfurter City ging. Viele 90 Grad Kurven raubten hierbei schon die ersten Körner. Nach ca. 40 Km begann der Anstieg zum Feldberg bei ca. 200 m Höhe. 11 Km ging es dann bergauf bis auf ca. 850 m. Hier musste ich relativ früh erkennen, dass ich die erste Gruppe nicht würde halten können und ließ sie ziehen. In einer kleinen Verfolgergruppe kämpfte ich mich 29 Minuten den Berg hinauf. Vorne musste auch Torben ca. 1 Km vor dem Gipfel die Spitzengruppe ziehen lassen. Er nahm mir aber trotzdem 1:30 Min ab. Jörn hatte als schwerster Fahrer von uns den meisten Spaß nach oben 

In der Abfahrt fanden immer wieder kleine Gruppen zueinander und kurz vor dem Mammolshainer Stich fuhr ich dann auch wieder auf Torbens Gruppe auf. Hier, wo auch die Profis fahren, geht es 200 m mit bis zu 23 % Steigung hinauf. Hier trennte sich dann erneut die Spreu vom Weizen. Wobei ich leider zur Spreu gehörte. Torben fuhr mir erwartungsgemäß wieder davon.

Nachdem man sich in der Abfahrt wieder ordnete bereiteten wir uns langsam auf den Schlusssprint vor. Hierbei war jedoch vom Veranstaler unglücklich gelöst, dass die verschiedenen Strecken zusammen liefen und sich auf der Zielgeraden Liegeräder, Inlineskaterfahrer und die Bekloppten von der Velotour extrem wiederfanden. Als meine Gruppe mit ca. 30 Fahrern auf die Gerade ging, konnte ich mich gut positionieren, stand jedoch vor einer ganz grundlegenden Frage: „Drauf halten oder raus nehmen?“. Die Frage stellte sich, da ein Liegeradfahrer und zwei andere (langsamere) Fahrer die halbe Straße blockierten. Mit viel Blut in den Beinen und sehr wenig im Kopf entschied ich mich für ersteres, beschleunigte am stärksten, fand die Lücke und gewann den Sprint aus meiner Gruppe. Später mussten wir feststellen, dass der Veranstalter bereits ab Platz 3 nach gefahrener Zeit wertete. Viele aus meiner Gruppe (ca. 18 Fahrer) waren dadurch vor mir. „Das Risiko hatte sich also richtig gelohnt.“

Torben wartete schon im Zielbereich auf uns und Jörn konnte selbstverständlich ebenfalls den „völlig unnötigen“ Sprint aus seiner Gruppe für sich entscheiden. Insgesamt landeten wir auf Platz 58, 63 und 100 (wobei wir nach tatsächlichem Zieldurchlauf mind. 18 Plätze weiter vorne waren).

Die Wertung nach Zeit finde ich für ein derartiges Rennen äußerst unglücklich. Die Strecke war dennoch schön und wir hatten unseren Spaß.

Bericht: Dominik

27 Grad und Sonnenschein klingen bei der Tour de Energie nach einem schlechten Scherz, zumindest für die, die sich in den letzten Jahren bei Temperaturen unter 10 Grad und Regen bis hin zu Hagel über den Kurs gequält haben.

Ebenso erscheinen Podiumsträume bei einem GCC-Bergrennen eher nach Wahnwitz denn nach einer realistischen Selbsteinschätzung. Aber am Sonntag den 22.04.2018 war alles möglich!

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Aber der Reihe nach:

Die TdE ist eines der am besten organisierten und vor allem eins der schönsten Rennen im GCC Kalender! Wie immer ging es vom Start weg trotz Neutralisation sehr zügig los. Nix mit warm fahren! Dom und ich orientierten uns im Feld gleich etwas nach vorne, um nirgends ins Hintertreffen zu geraten. Über die ersten Wellen und kleineren Anstiege ist das Rennen immer sehr nervös, es ist schließlich GCC Eröffnungsrennen. Es hielt sich dieses Jahr jedoch in Grenzen, einen Sturz habe ich nicht miterlebt.

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So richtig los geht das Rennen an der Steigung in Hemeln nach etwas mehr als 50km (5,5km, 260hm). Bis zur ersten Kurve sollte man hier eine gute Position im Feld erreicht haben, denn ab jetzt ist das Taktieren vorbei und es wird Druck gemacht; die Steigung nimmt zu und das Tempo wird angezogen! Auf den folgenden Km wurde von mir über 7min eine Durchschnittsleistung von 342 Watt gefordert, was ich überraschenderweise noch ganz gut aufs Pedal gekriegt habe.

In der ersten Gruppe über die Kuppe spürte ich schon die erste vorsichtige Euphorie: das könnte heute echt was werden!

Von nun an ist das Rennen deutlich ruhiger, da das Feld stak dezimiert ist, die Spitzengruppe hatte noch etwa 30 Mann. Das Tempo beruhigte sich, es gab eine 2 Mann Fluchtgruppe, die zeitweise sogar außer Sichtweite gelassen wurde. In der Anfahrt zum Hohen Hagen nahm das im GCC alles dominierende Team Strassacker wieder das Heft in die Hand und erhöhte das Tempo. Auch, weil von hinten die zweite Gruppe wieder auffuhr, in der Dominik und Per am Fuß des Hohen Hagens wieder zur Spitzengruppe aufgeschlossen hatten. Die 2 Ausreißer wurden ebenfalls gestellt.

Nun folgt die regelmäßig entscheidende Phase der TdE. Die Steigung zum Hohen Hagen beginnt moderat, doch auf den finalen 2,2 Kilometer wird bei 7% Steigung hammerhart gefahren. Hier brauchte ich eine Durchschnittsleistung von 361 Watt über mehr als 6 Minuten (Das bedeutet für mich eine relative Leistung von 5,15 Watt/Kg). Ich musste alles geben und mit einem letzten Kraftakt im Wiegetritt schaffte ich es am Ende der ersten Gruppe über die Kuppe. Keine Zeit durchzuschnaufen, die Gruppe war jetzt nur noch 20 Mann groß, Strassacker hatte ihren Kapitän dabei, das Tempo wurde unmittelbar weiter forciert. Noch einmal in den roten Bereich gehen, um in der Gruppe wieder etwas nach vorne zukommen, geschafft!

Im selben Moment kämpfte Dominik an seinem Limit gegen brennende Beine und ein Wahnsinstempo in der Spitzengruppe. Es nützte nichts! Die Gruppe entfernte sich erneut und dieses Mal sollten die Verfolger die Spitzengruppe nicht mehr stellen können.

Es folgten nur noch 25 abfallende Kilometer zum Ziel. Nachdem ich mich etwas erholt hatte beteiligte ich mich sogar an der Führungsarbeit, denn auch der letzte Platz in dieser Gruppe wäre für mich ein Riesenerfolg gewesen. Dann fingen meine Beine an zu krampfen. Die hohen Temperaturen, die hohe Belastung und nur 2 Trinkflaschen, das passte bei mir nicht. Jetzt war höchste Konzentration gefordert: vorne halten, Beine lockern und bloß nicht in den Wiegetritt gehen. Die letzten Attacken konnte ich alle parieren, die Gruppe blieb zusammen. Als der Sprint knapp 500m vor dem Ziel eröffnet wurde war ich nochmal im Stande über einen kurzen Zeitraum im sitzen 600-700 Watt zu bringen und mich an Position 4 zu halten und von einem Podiumsplatz zu träumen. Doch nach einem Rempler eines Konkurrenten machten meine Beine dicht, das war`s! Die letzten 100m rollte ich ins Ziel und es sprinteten noch einige Fahrer an mir vorbei.

Als Radsportler guckt man immer nach vorne, will alles geben, immer noch mehr! Doch der Frust über ein verpasstes besseres Ergebnis verflog schnell: Platz 10 bei der TdE, Hammer! Mit Abstand mein bisher bestes Ergebnis im GCC und das bei solch einem Rennen!

Dominik landete bei seinem TdE Debüt auf Rang 26 und Per rettete trotz eines Sturzes in der Abfahrt und dem damit einhergehenden Hautverlustes Rang 62 ins Ziel!

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Erneut eine top Teamleistung!

Rennbericht von Torben Bleiker

 

 

 

Am 8. April fand zum Saisonstart für uns der Große Preis der Gemeinde Börger statt, was zugleich für uns als „RCB Racing Team“ (Dominik, Holger, mich (Jörn), Tobias, Torben und Per (Andrés und Leo waren nicht dabei) auch das erste gemeinsame Rennen überhaupt war. Dementsprechend gab es keine Absprachen oder Taktiken sondern es stand das gemeinsame Fahren im Feld im Vordergrund.

 

Da ich zusätzlich auch erst eine Woche vorher von meinem 2 wöchigen Trainingslager auf Mallorca zurückkam und die Beine sich eher nach Cappuccino Fahrt anfühlten habe ich das Carbo Loading mit meinem Kumpel, bei dem ich in Börger übernachten konnte, auch etwas anders interpretiert… 😉


Das Wetter hat auch mitgespielt und uns traumhaft sonnige und windstille Bedingungen beschert.
Entsprechend entspannt ging ich, aber ich glaube die anderen auch, in das Rennen.

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Man weiß ja nie, wie Anfang der Saison die Leute drauf sind und wie nervös gefahren wird. Aber im Verlauf der 1. Runde hat sich gerade durch die nicht vorhandene Windkante ein entspannter Verlauf herauskristallisiert. Die 2. Runde (ca. 41er Schnitt) verlief auch noch sehr ruhig und wir konnten uns geschlossen im vorderen Bereich des Feldes festsetzen.

In der 3. Von 4 Runden fand ich mich kurz nach dem einzigen „Anstieg“ mit Torben und 2 weiteren Fahrern in einer 4er Gruppe wieder und wir haben es kurz probiert wegzukommen, allerdings hat das Feld schnell reagiert und die Lücke geschlossen.


Ab dem Zeitpunkt hat man aber immer wieder mal das RCB Trikot in der Spitze gesehen. Es ging in die letzte Runde und darum sich vorne zu positionieren, um jederzeit reagieren zu können, was uns auch ganz gut gelang. Ich habe am letzten Anstieg nochmal gehofft, mit einer Gruppe auf die letzten Kilometer zu gehen, fand mich aber nach der Tempoverschärfung ganz allein auf der Kuppe wieder, was ganz sicher nicht erfolgsversprechend gewesen wäre. Also zurück ins Feld, wo es dann galt, sich in eine gute Position für die letzte Kurve zu bringen.

Auf dem letzten Kilometer hatte ich Dominik auch immer gut in Sicht, der sich schon gut vorne positioniert hatte und nach einem geraunten „Ich bin hinter dir“ wusste ich auch, das Torben direkt an meinem Hinterrad war.
Kurz vor dem Ende unternahm ein einzelner Fahrer den Versuch sich abzusetzen. Ein zweiter Fahrer setzte nach und Dominik hängte sich in seinen Windschatten. Indem die beiden Fahrer mit ca. 55 km/h nachsetzten, konnten sie den Ausreißer stellen und eine kleine Lücke reißen. In der Hoffnung, dass sie so um die letzte (80 Grad) Kurve kommen würden nahm Dominik die Beine hoch um nicht als erster im Wind auf die Zielgraden zu gehen. „Ein dicker Fehler“.  An der 500m Marke, 200m vor der 80 Grad Zielkurve, wurde die kleine Lücke wieder geschlossen und ich war in erster Reihe und hätte die Möglichkeit gehabt, dort schon den Sprint zu eröffnen und als erster in die Kurve zu gehen, wozu mir dann allerdings wegen der vermeintlich müden Beine der Mut fehlte. So ging es kurz vor Dominik und Torben als ca 10. und mit 30m Rückstand auf die letzten 300m. Ab dann hieß es „KETTE RECHTS“.


Ich schaltete hoch und zog mit brennenden Beinen meinen Renner auf über 60 km/h. Mit diesem Tempo konnte ich an einigen Fahrern vorbeiziehen und hatte plötzlich nur noch einen Fahrer vor mir! Ich versuchte nochmals anzuziehen aber mehr war an diesem Tag nicht drin. So musste ich den Sieg einem anderen überlassen! Torben und Dominik absolvierte ebenfalls einen starken Sprint und konnten sich die Plätze 5 und 7 sichern.

Letzten Endes bin ich persönlich mehr als zufrieden, der 2. Platz bedeutete auch zugleich mein erstes Podium überhaupt. Aber noch zufriedener können wir mir der Teamleistung sein. Wir sind alle im ersten Feld angekommen und mit Torben und Dominik können wir auf ein super Mannschaftsergebnis zurückblicken, das uns alle für die nächsten Rennen sicher noch ein Stück mehr motivieren wird.

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Und Last but not least… es hat riesig Spaß mit der Truppe gemacht und vor allem sind wir alle heile ins Ziel gekommen.
Ein rundum gelungener Saisonstart in eine hoffentlich tolle Saison 2018.

Bericht: Jörn

 

 

 

"Durch die kleine Hölle des Nordens" aus Sicht des RCB Teams 2 - 100km Rennen

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Bei dem Velotörn (unserem Bremer Hausrennen) ging es durch die kleine Hölle des Nordens bei schönstem Wetter, was das Rennen letztlich eigentlich ganz angenehm machte. Nur die Passagen an denen wir über die Schienen fuhren und das teure Material anfing zu klappern taten mir im Herzen weh.

Das Rennen startete recht hektisch und es wurden direkt die dicken Gänge gefahren. In der ersten Runde hatten wir einen Schnitt von ca 41,5 km/h und das trotz der vielen Kopfsteinpflasterpassagen. Aufgrund des Rennverlaufs aus dem Vorjahr, bei dem sich eine kleine Ausreißergruppe bereits zu Beginn des Rennens bilden konnte, waren diesmal alle hellwach. Jeder Ausreißversuch wurde vereitelt, allerdings wurde es dadurch zwischenzeitlich immer wieder schnell (etwas für Unruhe haben dann auch die vereinzelten Lizenzfahrer gesorgt, die dieses Rennen zwar nicht gewinnen durften, jedoch trotzdem den Rennverlauf beeinflussten).

Die vielen Tempowechsel haben letztlich viel Kraft gekostet und irgendwann begannen meine Muskeln leicht zu krampfen. Anderen Teammitgliedern erging es ähnlich.

Nach viel zu viel Nachführarbeit ging es dann endlich in die letzte Runde. Ich habe mich dann ab den letzten 5km immer unter den ersten zehn Fahrern aufgehalten, damit ich im Sprintfinale nicht blockiert werden. Die letzten Kilometer hat sich Maik dann noch an die Spitze gesetzt und das Tempo hoch gehalten, wodurch Attacken verhindert wurden. Ich bin dann an dritter Stelle auf die ca 350 m lange Zielgerade und hatte ein starkes Hinterrad vor mir. Als noch 150 m zu fahren waren zog ich raus und an dem anderen Fahrer vorbei. War kurzzeitig auf Siegerkurs, nur um dann von einem Strassackerfahrer komplett übersprintet zu werden. Auch der zweitplatzierte zog an mir vorbei und langsam ging mir die Luft aus. Ich kämpfte mit einem Krampf im rechten Oberschenkel bis zum Schluss aber auch der Dritte schob sich Stück für Stück an mir vorbei. Auf der Ziellinie hatte ich dann eine halben Meter Rückstand und wurde Vierter.

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Durch die starken Platzierungen von Maik (17) und Tobi (23) war unser RCB Team 2 insgesamt das zweitbeste Team. Unser komplettes Team bestand aus Enno, Jörn, Holger, Tobi, Dominik und Maik (v.l.n.r.). Es hat viel Spaß gemacht mit euch!

Bericht: Dominik

 

 

Race vom 03.09.2017

Heute ging es um 7 Uhr und herbstlichen 8 Grad in Hameln an den Start. Es war ein sehr angenehmes Rennen mit 1200 hm auf 95km. Ich habe mich direkt in die erste Gruppe vorgearbeitet, die jedoch recht lange relativ groß blieb. Die Anstiege wurden nicht hochgeballert, was für mich ganz angenehm war. Bin mit meinen 77 Kg nicht unbedingt eine Bergziege.

Die Abfahrten bin ich nach Karte gefahren und konnte deshalb ohne "Risiko" die Kurven mit Volldampf fahren (84,2 max).

Nachdem sich die Strecken bei 79 Km geteilt haben waren wir vorne nur noch ca. 15 Fahrer. Es kam dann noch eine 19% Rampe, die die Gruppe nochmals verkleinerte. Am letzten Anstieg kam dann die Attacke von einem Einheimischen. Ich hängte mich hinten dran (holte mir ne KOM, ganz wichtig :) und wir waren nur noch zu zweit. Dann kämpften wir die letzten 10 km gegen eine vierer Verfolgergruppe, die wir aber hinter uns lassen konnte. Mein Mitfahrer ließ etwas an Tempo vermissen aber am Ende reichte es. Im Sprint, den ich mir vorher natürlich ausgeguckt hatte, verlor der Local die Nerven und ich konnte den Sprint klar für mich entscheiden. Somit am Ende ein zufriedener erster Platz.

 

Das macht Lust auf Bremen am kommenden Wochenende!

Bericht: Dominik

 

Und das schreibt das Challenge-Magazin.com: >>> Hier <<<

 

Auf der letzten RCB Mitgliederversammlung stellte Willi die Fleche Allemange – die die Sternfahrt der Randonneure vor. Da standen dann min. 360 km in 24 Stunden auf dem Zettel und das Ziel war die Wartburg in Eisenach. Da meine längste Distanz 250 km betrug, waren 360 km verlockend – 440 km hatte ich allein schon einmal in 2 Tagen bewältigt. Eisenach lag schon einmal auf einer Urlaubsradtour auf unserer Strecke am Werratal-Radweg. Wir hatten damals diesen Eisenach Schlenker aber ausgelassen. Zwei gute Gründe also um sofort zuzusagen.

Während der Six-Days trafen wir uns dann das erste Mal um die Tour zu besprechen – Willi Scheideler, Thorsten Illner und ich. Andreas Zallmann konnte an dem Abend leider nicht. Willi – unser Planer – hatte sich schon mit der Streckenführung beschäftigt, sowie mit den selbst zu wählenden Kontrollstellen. Thorsten und ich hatte keine Einwände, Andreas konnte auch nicht „meckern“, also noch mal tief und unsere 6 Augen geschaut und das Ganze für machbar erklärt. Einige Tage vor dem Start trafen wir uns ein weiters Mal und Willi gab uns unsere Startkarten usw. und besprachen noch die Klamottenfrage und wer was mitnimmt, damit nicht alles dreimal mitfährt.

Die Klamottenfrage war für mich schwer. Angesagt war trockenes Wetter, schon mal gut. Nachts waren 0°C vorhergesagt, etwas weniger schön. Ich entschloss mich dann, die Sachen zu nehmen, die ich morgens auf dem Weg zur Arbeit auch noch bei leichten Minusgraden trage. Im Rucksack packte ich dann noch ein Wechseltrikot, Helmlampe, Warnweste, Duschkrams usw. ein. Damit sollte es dann passen.

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Nach der perfekten Vorbelastung durch unsere RTF-light "Bremer-Schlüssel" ging es am 17.04.16 in Gesmold für mich schon um 10:30 Uhr an den Start des Frauen-Elite-Rennens. Es war bitter kalt und recht windig.. Aber gut, wenn man als Nordlicht mit was klar kommen sollte, dann ist es wohl Wind ;-)

Am Anfang der 10 Runden ( à 3,2 km) war es noch recht ruhig und alle beäugten sich. Doch schon nach ein paar Runden begannen die Attacken. Ich konnte mich gut im Hauptfeld behaupten, aber das Feld zerriss.. Eine Kollegin fuhr eine Attacke, bei der ich mitging, konnte die Geschwindigkeit aber zu zweit bei dem Wind nicht halten. So wurde ich eingeholt, sie allerdings fuhr das Rennen mit ein paar Jugendfahrern zu Ende. Chapeau. Eine Runde vor Ende holte uns das Senioren 3-Feld ein. Jetzt hieß es Zähne zusammen beißen und hinterher. Auf der Zielgeraden hatte ich dann eine gute Position als erste Frau hinter den Männern und konnte den Sprint der Männer mitfahren und so den Sprint um Platz 2 von vorn nach Hause fahren. 
Ich konnte es echt nicht fassen, als ich 20 m vor der Ziellinie nach hinten schaute und niemand direkt an meinem Hinterrad war... 
Völlig überrascht und überwältigt musste ich im Anschluss erstmal rumfragen, ob vor mir wirklich niemand anderes gewesen ist, weil ich es einfach nicht glauben konnte!! Voll krass..