Am 8. April fand zum Saisonstart für uns der Große Preis der Gemeinde Börger statt, was zugleich für uns als „RCB Racing Team“ (Dominik, Holger, mich (Jörn), Tobias, Torben und Per (Andrés und Leo waren nicht dabei) auch das erste gemeinsame Rennen überhaupt war. Dementsprechend gab es keine Absprachen oder Taktiken sondern es stand das gemeinsame Fahren im Feld im Vordergrund.

 

Da ich zusätzlich auch erst eine Woche vorher von meinem 2 wöchigen Trainingslager auf Mallorca zurückkam und die Beine sich eher nach Cappuccino Fahrt anfühlten habe ich das Carbo Loading mit meinem Kumpel, bei dem ich in Börger übernachten konnte, auch etwas anders interpretiert… 😉


Das Wetter hat auch mitgespielt und uns traumhaft sonnige und windstille Bedingungen beschert.
Entsprechend entspannt ging ich, aber ich glaube die anderen auch, in das Rennen.

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Man weiß ja nie, wie Anfang der Saison die Leute drauf sind und wie nervös gefahren wird. Aber im Verlauf der 1. Runde hat sich gerade durch die nicht vorhandene Windkante ein entspannter Verlauf herauskristallisiert. Die 2. Runde (ca. 41er Schnitt) verlief auch noch sehr ruhig und wir konnten uns geschlossen im vorderen Bereich des Feldes festsetzen.

In der 3. Von 4 Runden fand ich mich kurz nach dem einzigen „Anstieg“ mit Torben und 2 weiteren Fahrern in einer 4er Gruppe wieder und wir haben es kurz probiert wegzukommen, allerdings hat das Feld schnell reagiert und die Lücke geschlossen.


Ab dem Zeitpunkt hat man aber immer wieder mal das RCB Trikot in der Spitze gesehen. Es ging in die letzte Runde und darum sich vorne zu positionieren, um jederzeit reagieren zu können, was uns auch ganz gut gelang. Ich habe am letzten Anstieg nochmal gehofft, mit einer Gruppe auf die letzten Kilometer zu gehen, fand mich aber nach der Tempoverschärfung ganz allein auf der Kuppe wieder, was ganz sicher nicht erfolgsversprechend gewesen wäre. Also zurück ins Feld, wo es dann galt, sich in eine gute Position für die letzte Kurve zu bringen.

Auf dem letzten Kilometer hatte ich Dominik auch immer gut in Sicht, der sich schon gut vorne positioniert hatte und nach einem geraunten „Ich bin hinter dir“ wusste ich auch, das Torben direkt an meinem Hinterrad war.
Kurz vor dem Ende unternahm ein einzelner Fahrer den Versuch sich abzusetzen. Ein zweiter Fahrer setzte nach und Dominik hängte sich in seinen Windschatten. Indem die beiden Fahrer mit ca. 55 km/h nachsetzten, konnten sie den Ausreißer stellen und eine kleine Lücke reißen. In der Hoffnung, dass sie so um die letzte (80 Grad) Kurve kommen würden nahm Dominik die Beine hoch um nicht als erster im Wind auf die Zielgraden zu gehen. „Ein dicker Fehler“.  An der 500m Marke, 200m vor der 80 Grad Zielkurve, wurde die kleine Lücke wieder geschlossen und ich war in erster Reihe und hätte die Möglichkeit gehabt, dort schon den Sprint zu eröffnen und als erster in die Kurve zu gehen, wozu mir dann allerdings wegen der vermeintlich müden Beine der Mut fehlte. So ging es kurz vor Dominik und Torben als ca 10. und mit 30m Rückstand auf die letzten 300m. Ab dann hieß es „KETTE RECHTS“.


Ich schaltete hoch und zog mit brennenden Beinen meinen Renner auf über 60 km/h. Mit diesem Tempo konnte ich an einigen Fahrern vorbeiziehen und hatte plötzlich nur noch einen Fahrer vor mir! Ich versuchte nochmals anzuziehen aber mehr war an diesem Tag nicht drin. So musste ich den Sieg einem anderen überlassen! Torben und Dominik absolvierte ebenfalls einen starken Sprint und konnten sich die Plätze 5 und 7 sichern.

Letzten Endes bin ich persönlich mehr als zufrieden, der 2. Platz bedeutete auch zugleich mein erstes Podium überhaupt. Aber noch zufriedener können wir mir der Teamleistung sein. Wir sind alle im ersten Feld angekommen und mit Torben und Dominik können wir auf ein super Mannschaftsergebnis zurückblicken, das uns alle für die nächsten Rennen sicher noch ein Stück mehr motivieren wird.

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Und Last but not least… es hat riesig Spaß mit der Truppe gemacht und vor allem sind wir alle heile ins Ziel gekommen.
Ein rundum gelungener Saisonstart in eine hoffentlich tolle Saison 2018.

Bericht: Jörn