Es war mal wieder soweit: der Veranstalter des ältesten MTB-Marathon Deutschlands lud am 4. August zur 28. Bike-Veranstaltung nach Seiffen ein. Seiffen, ca. 70km von Dresden entfernt, mitten im Erzgebirge und ein Steinwurf von unseren EU-Kollegen Tschechien gelegen, ist ein staatlich anerkannter Erholungsort und bekannt für Spielzeugmacher und deren Schauwerkstätten. Daher trägt Seiffen auch den Beinamen Spielzeugdorf.

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Die Entscheidung fiel mir nicht leicht: Entweder zusammen mit den anderen des Teams am 29.04. zur Tour d‘Energie nach Göttingen oder am 25.04. nach Hamburg zur Hansegravel, einem 600 km langen Querfeldeinrennen im Selbstversorgermodus. Mein Herz riet mir zu Letzterem und nachdem mir der Teamchef das ok gab, reise ich mit zwei anderen Bremer Teilnehmern am 25.04. an die Elbe. Mit im Zug haben wir unsere Gravelbikes. Das sind rennradverwandte Räder mit 40-50 mm breiten, in der Regel stollenbewährten Reifen und mountainbikeähnlichen Übersetzungen. Das auffälligste Merkmal ist jedoch, dass die Räder über und über mit Taschen besetzt sind: an der Gabel, im Rahmendreieck, am Sattel und am Oberrohr. Besonders groß ist keine davon und an Inhalt finden sich Dinge, die man zum Überleben in der Wildnis braucht – eine Schlafstätte, eine Küche, Werkzeug, Proviant. Es ist kein klassischer Radausflug mit Ortlieb Taschen, sondern Bike Packing mit minimalistischer Ausrüstung. Man sieht derlei ausgerüstete Räder nur äußerst selten, aber als wir am Entenwerder an der Elbe ankommen ist alles regelrecht voll davon. Schnell fällt mir auf, dass die meisten der 200 Starter viel weniger Taschen an ihren Rigs haben als ich. Hab ich zu viel mitgenommen? Definitiv, aber ich bin eben neu in der Szene und wollte auf Nummer sicher gehen.

Es ist Samstag, der 06. Juli 2019. Ich sitze im Zug mit meinem bepackten Gravelbike – eine neue Radgattung, die eine Mischung aus Rennrad und Mountainbike darstellt – auf dem Weg nach Basel in der Schweiz. Dort startet morgen um 8 Uhr das wohl härteste Radrennen in Deutschland – die Bikepacking Trans Germany. Das 1.659 km lange Rennen wird im Selbstversorgermodus ausgetragen, d.h. jeder ist für sich selbst und sein Durchkommen verantwortlich, es gibt keinerlei Unterstützung oder Verpflegungsstationen vom Veranstalter. Und es wird offroad gefahren, im Gelände, durch den Wald. Ich bin nervös.

Bei allerschönstem Herbstwetter geht es heute zum 2. Lauf des Weser Ems Cup nach Espelkamp. Im Vergleich zur vergangenen Woche in Cloppenburg ist der Kurs heute deutlich weitläufiger und nicht so verwinkelt was sich nach ein paar aufwärmenden Testrunden auch bestätigte.

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Durch ein passables Ergebnis in Cloppenburg in der vergangenen Woche stand ich in der 1. Startreihe. Jetzt hieß es gut wegkommen. Als der Startpfiff erfolgt lege ich alles rein um möglichst weit vorn in die erste Kurve gehen zu können. Tatsächlich schaffe ich es als erster in die erste Kurve gehen zu können, bin jedoch ein wenig zu schnell und komme als dritter raus. Jetzt heisst es konzentriert fahren, den Puls am Anschlag kontrollieren und dranbleiben. In den ersten drei Runden konnten wir uns bereits deutlich vom Rest des Feldes absetzen und den zweitplatzierten Fahrer hatte ich mir soweit zurecht gelegt um ihn in der 5. Runde zu überholen. Ein Fahrfehler zerstörte jedoch meine Taktik und warf mich zurück. Für die anschließende Aufholjagd war jedoch der Abstand bereits zu groß und die verbleibende Zeit zu wenig, so dass am Ende ein – für mich zufriedenstellender 5. Platz herauskam. Nach dem 7. In Cloppenburg immerhin eine Steigerung und Motivation auf den Rest der Serie.

Bericht: Holger S.

 

Es geht wieder los! Auftakt in die Cross Saison - in Mölln. Stevens Cup.

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Der erste Eindruck…coole Strecke. Ein Motocross Park. Das Wetter…typisch norddeutsch. Nirgends auf der Welt strahlt der Himmel so schön grau wie in Norddeutschland! Es ist windig aber trocken. Das ist gut.

Da bereits die ersten Rennen des Tages laufen, ist aufwärmen abseits der Strecke angesagt. Wird schon passen denk‘ ich mir, für ´ne Runde auf dem Kurs vor dem Start wird’s schon noch reichen….Als wir endlich auf die Strecke können wird mir schnell klar, so „harmlos“ wie die aus der Distanz aussieht, ist sie nicht. Viele Steine, wenig bzw. schmaler fester Untergrund, stetig auf und ab. Kraftfordernd, anstrengend. Vor dem Start lässt mich ein Blick links und rechts zweifeln ob ich wirklich richtig hier bin. Findet hier gleich ein Cross Rennen statt oder eine Timber Sports Veranstaltung. Die „Typen“ um mich herum sind echte Kerle. Unter 1,90m ist fast keiner. Und die sehen alle aus Holzfäller…😉 Sowas ist selten. Aufgrund meiner kurzfristigen Nachmeldung stehe ich am Start ganz hinten. Potential nach vorn zu fahren. Theoretisch. Der Start erfolgt, es geht los wie erwartet – Vollgas, leicht abschüssig in die erste Kurve. Der Puls geht direkt bis in den Helm. Ich komme gut durch und an dem ersten Hügel finde ich eine gute Linie und kann bereits Plätze gut machen. Bis mein Motor richtig anspringt, braucht es jedoch fast eine Runde. Jetzt kann’s losgehen! Na gut, verhältnismäßig losgehen. Die führenden sind auf den verbleibenden 3 Runden nicht einzuholen, dafür ist der Kurs zu eng. Aber das war mir bereits vorher klar. Egal. Da sich das Feld bereits separiert und stark auseinander gezogen hat kann ich meinen eigenen Rhythmus auf idealer Linie fahren. Am Anschlag versteht sich. Schließlich will ich noch weiter nach vorn. Das gelingt mir ganz gut und ich kann weitere Fahrer überholen. Hügel rauf, Kurve, runter, Kurve, treten, atmen, konzentrieren. Die Anderen leiden mehr als ich….Schon ist die letzte Runde fast vorbei. Dem vor mir liegendem Fahrer komme ich kurz vor dem Ende merklich schnell näher. Ein Blick nach hinten zeigt mir, da ist Luft. Ich finde noch ein paar restliche Lungenbläschen und merke das die Kraft reicht und überhole ihn vor dem Zielhügel. Jetzt auf keinen Fall nachlassen, koste es was es wolle…Ziel. Fertig. Luft holen.

Aus der letzten Reihe gestartet, auf dem 12. Platz gelandet. Ich bin zufrieden. Das macht Lust auf mehr.

Bericht: Holger S.

Wenn die Tage kürzer werden und das Schmuddelwetter überhand gewinnt, wird es Zeit dem Rennrad eine Pause zu gönnen. Dann heißt es aber nicht die Füße hochzulegen, sondern den gewohnten Untersatz gegen einen anderen zu tauschen. Die Radsportlerinnen und Radsportler des Radclub Bremens (RCB) eröffnen dann die Crosssaison. Mit Rädern die dem normalen Rennrad zum verwechseln ähnlich sehen, aber zum Beispiel mit breiteren Reifen geht es dann ab ins Gelände auf gröberes Geläuf.

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Quelle:
WK: 29.11.2015

Foto: Norma Tiemann (Andis Radsportofots)

Beim 1. Radcross-Cup in Bremen ging es mit dem Rennrad querfeldein durchs matschige Waller Wied. Rund 170 Teilnehmer verschiedener Leistungs- und Altersklassen quälten sich auf dem 2,1 Kilometer langen Rundkurs über steile Hänge, Sandboden und durch enge Kurven. Das Eliterennen der Herren gewann Max Lindenau aus Hamburg. Yannick Lowin war mit dabei

 

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  • Autor/-in:Yannick Lowin
  • Länge:3:05 Minuten
  • Datum:Sonntag, 29. November 2015
  • Sendereihe:buten un binnen Sportblitz | RB TV